Cascavel

Das Diesseits, die Welt Cascavel, teilt sich in drei Kontinente auf: das warme Südcascavel, das von der Vegetation an Südamerika erinnert, das eisige Nordcascavel, das Alaska gleicht, und Mittelcascavel, das am ehesten mit Afrika verglichen werden kann.

Cascavel

Geschichte

Die Welt Cascavel existiert seit mehreren Jahrtausenden. Über mehrere Entwicklungsstufen hinweg entstanden die drei Kontinente und auf ihnen die einzelnen Länder. Während das eisige Nordcascavel bereits durch das unwirtliche Klima abgeschottet ist, herrscht zwischen den Bewohnern Mittels- und Südcascavels ein reger Austausch. Dabei wird Südcascavel immer wohlhabender, während sich in Mittelcascavel die Probleme häufen. Vulkanausbrüche und Dürreperioden setzen dem Kontinent zusätzlich zu.

Südcascavel

Der südliche Kontinent ist mit Abstand am weitesten entwickelt und die technischen Errungenschaften bilden sich rasch weiter. Der Kontinent ist durch Vahen gut vernetzt. Außerdem können die Südcascavler es sich leisten, Vilezapten magisch zu zähmen und für den Transport zu nutzen. Der weit verbreitete Glaube in Südcascavel orientiert sich an der Hiera (s.u.). Ansatzweise gibt es zwar auch eine Art Atheismus, doch die Hiera durchdringt das Leben der Südcascavler so sehr, dass er eher selten zu bemerken ist. Die einzelnen Länder sind demokratisch organisiert, einige haben zusätzlich eine parlamentarische Monarchie. Ein Friedensvertrag und Handelsabkommen regeln das Leben auf dem Kontinent. Außerdem sorgen regelmäßige Austauschprogramme zwischen Schülern und Studenten für ein gutes Miteinander. Die Kinder Südcascavels werden je nach Land mit zwei oder vier in eine Kindertagesstättgebracht, wo sie bereits in Ansätzen Schreiben, Lesen und Rechnen lernen. Ab dem Alter von 7 besuchen sie die Schule. Eine Weiterbildung ist insbesondere für Magiebegabte ab dem 17. Lebensjahr möglich. Es ist verpflichtend, danach ein Jahr lang eine Arbeit, die der Staat zuteilt, auszuführen. Ab dem 19. Lebensjahr wechseln die jungen Erwachsenen dann an die Universität. Die beliebteste und renommierteste Fakultät des Kontinentes für Magiewissenschaften ist Mesquita.

Mittelcascavel

Durch den Austausch mit Südcascavel ist auch in Mittelcascavel der Glaube an Beltis vorherrschend. Allerdings sind die Strukturen der Hiera dort bei weitem nicht so stark wie in Südcascavel, weshalb der Beltisglaube dort mitunter andere Züge annimmt. So ist die Vorstellung von einer Wiedergeburt auf dem mittleren der drei Kontinente weit verbreitet. Die Menschen hoffen häufig, nach ihrem Tod ein besseres Leben führen zu können. In einigen Ländern herrscht eine funktionierende, konstitutionelle Monarchie, häufig wird das Land jedoch von den wenigen Mittelcascavlern beherrscht, die sich ihre Ämter erkaufen können. Die Korruption ist im Osten des Landes besonders schlimm. Außerdem wird der Kontinent regelmäßig durch Bürgerkriege und konkurrierende Parteien geplagt. Umweltkatastrophen wie Vulkanausbrüche und Erdbeben tun das ihre dazu bei, um das Leben in Mittelcascavel stets unruhig zu belassen. Entsprechend ist es für viele Mittelcascavler auch schwer, eine anständige Bildung zu erhalten. Zwar gibt es Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten, doch ist der Besuch dieser nicht verpflichtend, sodass insbesondere viele Familien auf dem Land ihre Kinder lieber bei sich arbeiten lassen anstatt sie auszubilden.

Nordcascavel

Der nördliche der drei Kontinente ist in vielerlei Hinsicht gänzlich anders als seine südlichen Nachbarn. So sind die Ländergrenzen, die südcascavlische Forscher gezogen haben, eher eine pro forma Angelegenheit. Tatsächlich sind die Bewohner Nordcascavels in Stämmen und Sippen organisiert. Kinder werden in diesen Stämmen aufgezogen und unterrichtet. Nach einem Ritual werden sie in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen und ihnen wird eine jeweils zu ihnen passende Aufgabe zugeteilt (Fischfang, Hausbau, Kleidung nähen, u.ä.). Die Nordcascavler glauben an verschiedene Sertoks, die sie teils mehr teils weniger ausführlich beschreiben können. Entscheidend ist für sie jedoch, dass die Sertoks sie nach ihrem Tod in ihren Kreisen aufnehmen werden. Entsprechend ist ihr „Pantheon“ bis ins Unendliche dehnbar und die Ahnenverehrung spielt ebenfalls eine große Rolle.

Zeitrechnung

Monate
Das Jahr in Cascavel ist wie unser Jahr in 12 Monate aufgeteilt. Allerdings lauten die Bezeichnungen der Monate anders:
Januar – Tyr
Februar – Agniz
März – Katis
April – Ope
Mai – Karpo
Juni – Gam
Juli – Andronik
August – Creusa
September – Hept
Oktober – Okt
November – Enaton
Dezember – Deka
Wochentage
Auch die Woche ist wie unsere in 7 Tage aufgeteilt:
Montag – Pros(tag)
Dienstag – Deu(tag)
Mittwoch – Tri(tag)
Donnerstag – Tetar(tag)
Freitag – Penta(tag)
Samstag – Hekto(tag)
Sonntag – Teleu(tag) – unter Hieranern Beltistag

Der Glaube

Andronikos
Der mächtige Magier Andronikos vollbrachte vor gut sechs Jahrhunderten einige bemerkenswerte Wunder. Seine Begleiter verfassten Schriften über seine Taten und seine Worte. Seine Goldenen Regeln wurden zur Grundlage eines jeden cascavlischen Glaubens. Die Hiera verehrt den Magier außerdem als den wichtigsten Propheten ihres Gottes.
Goldene Regeln
Andronikos lehrte viele Gebote, die das Zusammenleben zwischen Magiern und Magielosen erleichtern sollten. Dabei blieben drei Regeln von zentraler Bedeutung.
Regel 1: Magie ist eine Gabe und reine Kraft, die nicht gegen Magielose eingesetzt werden darf.
Regel 2: Jeder Magiebegabte entscheidet selbst, ob er seine Gabe nutzt und in einem Studium den Umgang mit ihr erlernt oder seine Kraft anderen zur Verfügung stellt.
Regel 3: Wer seine Magie missbraucht, wird im Leben nach dem Tod mit ewigen Qualen bestraft.
Die Auslegung der letzten Regel ist in Cascavel höchst umstritten.
Hiera
Die „Kirche“ mit dem meisten Einfluss in Cascavel nennt sich Hiera. Sie vertritt eine besonders strenge Auslegung des Magiemissbrauchs, die die Nutzung der Magie zu eigenen Zwecken ausschließt. Magie darf demnach ausschließlich Magielosen zur Verfügung stehen, der Magier wird nicht als Besitzer, sondern als Verwalter der Macht angesehen. Wer seine Magie für sich oder einen befreundeten Magier nutzt, muss mit der Strafe der Cheiris rechnen.
Beltis
Der Gott, an den die meisten Cascavler in Süd- und Mittelcascavel glauben, heißt Beltis. Vor sechs Jahrhunderten offenbarte er seinen Willen durch die Worte und Taten seines Gesandten, des Propheten Andronikos.
Cheiris
In den Schriften des Heiligen Andronikos taucht immer wieder eine Gegenspielerin des Gottes Beltis auf, die versucht, die Cascavler zu Untaten zu verführen und sie dadurch in ihr Reich zu locken. Laut den Lehren der Hiera erwartet dort diejenigen, die gegen die drei goldenen Regeln verstoßen, eine Ewigkeit voller Qualen und Folter.
Sertok, Sertoks, pl.
Viele nordcascavlische Stämme verehren ein Pantheon. Manchmal beten sie dabei zu einem einzelnen Sertok, oft rufen sie jedoch die Sertoks in ihrer Gesamtheit an.