Jannika Lalev

Größe / Gewicht: 1,72 / 55
Aussehen / Attraktivität: junges Auftreten, eher mager und knochig, schönes, langes Haar
Haarfarbe: dunkelbraun
Augenfarbe: rehbraun
Gesundheitszustand: tot
Narben / Verunstaltungen: –

Jannika Lalev: *kommt zum Sofa und setzt sich* So, ich bin dran, oder?

Isabella Benz: Guten Tag Jannika, genau, du bist dran.

Jannika Lalev: Gut. Können wir uns beeilen? Ich habe noch ein bisschen was zu tun.

Isabella Benz: Tot und trotzdem so beschäftigt. Was ist denn deine Aufgabe in Haphtir?

Jannika Lalev: Ich bin sozusagen Dareios‘ Mädchen-für-alles. Ich kümmere mich darum, dass er genug zu essen hat, dass seine Kleidung ordentlich ist, dass er immer frisches Wasser am Bett stehen hat, ich räume sein Zimmer auf, ich bereite ihn auf den Kampf vor … solche Sachen eben. Und es ist ganz gut, als Tote eine Beschäftigung zu haben. Wenn ich sehe, wie manch andere vor sich hindümpeln … nein, das wäre nichts für mich.

Isabella Benz: Was empfindest du als Tote eigentlich noch? Also, kannst du fühlen, riechen, … und auch so … innere Gefühle haben.

Jannika Lalev: Mmh, gute Frage. Also … ich liebe meinen Mann Kiro immer noch. Allerdings auf eine andere Weise als damals … und ich übernehme nach wie vor gerne Verantwortung. Ich denke, so gewisse Grundeinstellungen verliert man in Haphtir nicht. Aber es ist alles so ein bisschen, als würde man es durch einen Schleier wahrnehmen. Ach, und was die Sinne anbelangt: Ja, die hat man in Haphtir auch. Manche verschärfen sich dort sogar, magiebedingt, schätze ich. Ich kann dort viel besser hören als in Mittelcascavel!

Isabella Benz: Du bist also aus Mittelcascavel, genau wie Dareios. Wie war das für dich?

Jannika Lalev: Erstmal muss man sagen, Mittelcascavel ist groß. Wir kommen nicht genau aus dem gleichen Eck. Bei uns war der Bürgerkrieg nicht halb so heftig wie in der Gegend von Dareios. Allerdings hat uns dafür ein naher Vulkan ziemlich zu schaffen gemacht, der ist häufig ausgebrochen. Wir hatten dadurch super fruchtbaren Boden, aber man fürchtet natürlich trotzdem dauernd, dass irgendetwas schief geht und man nicht rechtzeitig weg kommt. Und es ist natürlich auch nicht schön, ständig fürchten zu müssen, dass die Terrorgruppe sich doch auch mal etwas weiter in den Osten wagt. Das Leben in Mittelcascavel wird schon allgemein von dieser ständigen Sorge begleitet, aber man lernt, damit umzugehen. Es wird leider zur Normalität.

Isabella Benz: Vielleicht können wir uns hierzu eine kurze Szene aus Dareios‘ Kindheit anschauen:

„Du brauchst keine Angst zu haben“, murmelte sie. „Ich bin da und beschütze dich!“
Er kicherte. „Wovor beschützen Sie mich denn? Ich bin doch gar nicht in Gefahr.“
„Es tut mir leid“, murmelte sie.
Unvermittelt riss sie Dareios an sich und drückte ihn in ihr seidenes Gewand. Es knallte. Der rote Boden bebte. Luft zischte an ihm vorbei, genau wie irgendwelche Gegenstände. Schreie ertönten. Rufe, die er nicht verstand. Im nächsten Moment hörte er das Knistern von Flammen und roch Verbranntes.

Jannika Lalev: Ja, das war trauriger Weise kein Einzelfall gewesen. Aber man muss dazu sagen, dass es auch schöne Momente gab. Kiro und ich hatten eine schöne Hochzeit. Und wir haben alle unsere drei Kinder gut durchgebracht. Und die Natur dort, das ist wunderschön! Es ist nicht alles … grausam …

Isabella Benz: Also, Haphtir oder Mittelcascavel? Was ist denn jetzt besser?

Jannika Lalev: Das kann man schlecht vergleichen. Also, wenn ich für immer in Haphtir bleiben müsste, wäre es wahrscheinlich schlimmer als Mittelcascavel, keine Frage. Aber es ist ja auch nur eine Zwischenstation. Für mich zumindest, und mit der Perspektive kann man sich dort ganz gut aufhalten. Als Tote zumindest, muss man dazu sagen.
Isabella Benz: Verstehe. Dann danke ich für die ehrlichen Antworten. Vielleicht gibt es noch ein paar Fragen aus dem Publikum?

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