Tonraq Aput

Größe / Gewicht: 1,75 / 80
Aussehen / Attraktivität: zeigt sich meist in seinen besten Jahren, etwas bulliges Gesicht, ansonsten ganz ansehnlich
Haarfarbe: schwarz
Augenfarbe: dunkelbraun
Gesundheitszustand: tot
Narben / Verunstaltungen: –

Isabella Benz: Unser nächster Gast kommt nicht wie die anderen aus Südcascaveln, sondern aus dem Norden der Welt, aus den eisigen Kälten. Begrüßt mit mir: Tonraq Aput!

Tonraq Aput: *der Nordcascavler betritt den Raum und setzt sich* Guten Tag.

Isabella Benz: Hallo Tonraq. Schön, dass du da bist und wir mit dir auch erstmals einen Nordcascavler auf dieser Couch sitzen haben. Nach den ganzen Südcascavlern hier im Raum interessiert mich natürlich als erstes brennend: Wie lebt es sich eigentlich in Nordcascavel?

Tonraq Aput: Gut. Ich habe meine Zeit dort sehr genossen. Durch die Kälte ist es natürlich nicht besonders wirtlich dort. Aber deshalb muss man sich auch zu überschaubaren Gruppen zusammenschließen, um zu überleben. Ich war lange Zeit der Anführer meines Stammes.

Isabella Benz: Was genau ist denn der Vorteil von solchen Stämmen? Also gegenüber den großen Staaten wie Limejra?

Tonraq Aput: Es bleibt alles familiärer, überschaubar. Man versinkt nicht in Informationsfluten und hat Zeit füreinander. Ich würde das Leben im Eis dank meines Stammes dort jederzeit einem Leben mit viel Geld in einem furchtbar anonymen Staat vorziehen. Und dann kommt noch hinzu, dass ich mit dem Glauben der Hiera einfach nichts anfangen kann.

Isabella Benz: Du glaubst wie die meisten Nordcascavler an Sertoks – was genau ist das?

Tonraq Aput: *runzelt die Stirn* Sie sind unser Schutz, heilen uns, wenn sie es für richtig halten, helfen uns bei der Jagd, retten uns vor der Kälte, segnen uns mit Magie … Wir verdanken ihnen unser Leben, in jeglicher Hinsicht. Es ist von Anfang bis Ende ein Geschenk. Entsprechend liegt auch das Ende in ihren Händen. Beantwortet das die Frage?

Isabella Benz: *nickt* Ich denke schon. Vielleicht können wir als nächstes einen Blick auf den Moment deines Todes werfen, wenn du erlaubst.

Tonraq Aput: *brummt* Sicher.

Irgendwann erreicht er jeden von uns.
Der eine Moment, wenn du die Augen schließt, wenn der letzte Atemzug weicht, wenn das Leben endet und eine neue Zeit anbricht …
Ob ich Angst habe?
Nein. Ich habe keine Angst.

 

Tonraq fror. Daran konnten auch die Robbenfelle nichts ändern, die seine Tochter um ihn geschlungen hatte. Federleicht streichelte ihr Daumen über seinen Handrücken. Das Gefühl verblasste immer mehr. Ebenso wie der Geruch ihres Parfums. Ihm pochte das Herz in den Ohren. Langsam. Immer langsamer. Er schloss die Lider und atmete aus. Das Pochen verstummte.
Tonraq sah auf. Verwirrt runzelte er die Stirn. Was machte er in einer Höhle?

Isabella Benz: Wie war es für dich, nach dem Tod in Haphtir aufzuwachen?

Tonraq Aput: Ich würde es als unangenehme Überraschung bezeichnen. Begeistert war und bin ich nicht von dieser … Existenzweise.

Isabella Benz: Warum gehst du dann nicht weiter?
Tonraq Aput: *brummt* Wegen Dareios. Das Kind braucht jemanden, der auf ihn aufpasst.

Isabella Benz: Wie stehst du denn zu ihm?

Tonraq Aput: *schmunzelt* Er ist mir wie ein Sohn und ich denke, dass ich für ihn auch lange eine Vaterrolle übernommen habe. Mittlerweile sind wir sehr gut befreundet. Ich versuche ihm zu helfen, so gut ich kann. Auch wenn ich ihm manchmal wirklich widersprechen muss. Er ist halt in manchen Momenten doch grün hinter den Ohren. Aber sagt ihm bitte nicht, dass ich euch das verraten habe.

Isabella Benz: Wir schweigen wie ein Grab. *wendet sich in die Menge* Gibt es denn noch Fragen aus dem Publikum?